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Willkommen auf der Website der „Vereinigung der Freunde der Steinerschule“ (Associazione Amici della Scuola Steineriana), Mailand, Italien.

Jede Waldorf- oder Steinerschule wird durch die Initiative einer Gruppe von Personen ins Leben gerufen, welche die Werte der Waldorfpaedagogik anerkennt und diese der Allgemeinheit zur Verfuegung stellen moechte. Die Schule wird von einer kulturellen Vereinigung gefuehrt.

Die Waldorfpaedagogik wurde 1919 vom oesterreichischen Filosofen und Wissenschaftler Rudolf Steiner fuer die Arbeiterkinder der Zigarettenfabrik „Waldorf-Astoria“ in Stuttgart erschaffen und ist heute in 80 Laendern der 5 Kontinente mit hunderttausenden Schuelern in ungefaehr 870 Schulen und Kindergaerten vertreten.

In Italien wurde die erste Steinerschule nach dem 2. Weltkrieg, im Jahre 1946, in Mailand eroeffnet. Ab 1979 wird das Lehrangebot zuerst auf die ganze Pflichtschule erweitert und anschliessend auch auf die obere Mittelstufe. 1983 ist die Schule von ihrem ersten Standort an der via Francesco Sforza 23, in ein Gebaeude der Gemeinde Mailand in die via Clericetti 45 umgezogen, wo sie heute noch ihren Sitz hat

Das heutige Lehrangebot ist wie folgt aufgeteilt:

SCHUELERZAHL im Schuljahr 2007/08
Kindergarten (3 Klassen) 64
Grund- und Mittelschule (1.-8.Kl) 205
Realgymnasium 66
total 389
Gruppe der Heilpaedagogik 5

 

Kindergarten

Erstes Jahrsiebt.

Dem Kind wird eine ruhige Atmosphaere geboten, reich an Bildern, Phantasie und „Staunen“. Das Spiel, die Maerchen, die Erfahrungen mit Farben – Musik – Bewegung und vorallem die Beziehung mit den Kindergaertnerinnen schaffen um das Kind eine Waerme, welche die muetterliche Liebe unterstuetzt und erweitert.

Im ersten Jahrsiebt lernt das Kind gehen, sprechen, denken. Es nimmt die Gesten und Gefuehle der Personen auf, die ihm nahestehen und eignet sich somit moralische Faehigkeiten an, die fuer seine weitere Entwicklung ausschlaggebend sind.

In diesem Lebensabschnitt erhaelt das Kind von aussen starke Eindruecke, die es voellig aufsaugt und die sogar bis in seine physische Entwicklung einwirken koennen. In dieser Phase soll das Kind von zu intellektuellen Reizen geschuetzt werden, indem man es in eine „gute“ Welt taucht, reich an Phantasie, Bildern, Spielen und „Staunen“. Schliesslich werden die kindlichen Erfahrungsmoeglichkeiten in unseren Staedten immer aermer: Fuer ein Kind wird es immer schwieriger, jene einfachen Gesten der Erwachsenen zu beobachten, die es nachahmen kann.

Der Wirkungskreis, in dem sich die Kleinen in der Schule bewegen, ist aeusserst gepflegt und mit Holzmoebeln eingerichtet. Das Spielzeug ist einfach, damit das Kind im Spiel seine eigene Phantasie.

 

Elementar- und Mittelschule

Zweites Jahrsiebt (1.-8.Klasse)

Im zweiten Jahrsiebt sucht das Kind die Beziehung zur Welt und zu seinen Bewohnern. Der Lehrer als geliebte Autoritaet wird zur „Tuere“, durch die es diese Welt erfahren kann. Jede erste Klasse beginnt mit einem Lehrer, der sie als Bezugsperson den ganzen Zyklus von acht Jahren begleitet und der Seite an Seite mit verschiedenen Fachlehrern arbeitet. Um das Lernen zu foerdern, wird in „Epochen“ unterrichtet: Die Hauptfaecher werden waehrend drei bis vier Wochen in den ersten zwei Stunden am Morgen unterrichtet. Das Ziel ist, im Kinde und im Jugenlichen die Freude am Lernen, am Verstehen, die Faehigkeit zum logischen Denken und den Mut zur Kritik zu verwurzeln. Fremdsprachen, Musik, Handarbeiten (Weben, Haekelarbeit, Stricken, Tischlerarbeiten) werden bis in die oberen Klassen unterrichtet. Mathematik, Italienisch, Geometrie werden von kuenstlerischen rhythmischen Erfahrungen begleitet. Geschichte, Geographie und die wissenschaftlichen Faecher werden anfangs bildhaft komotiert durch Maerchen, Legenden und durch Naturbeobachtungen. Spaeter bringt man sie in Verbindung mit bedeutenden Personen und Ereignissen, was den Schuelern hilft, sich moralisch und ideell zu formen.

Naturwissenschaftliches Gymnasium Rudolf Steiner
experimentelles, staatlich anerkanntes Gymnasium

Das naturwissenschaftliche experimentelle Gymnasium Rudolf Steiner ist eine Schule, welche die Jugend fuer das Abitur vorbereitet, mit einer Methode und einer Didaktik, die zur vollen und harmonischen Entwicklung der Persoenlichkeit beitraegt.
Es wird also nicht nur Wissen sowie intellektuelle und technische Kompetenz gefoerdert, sondern auch die Entwicklung der kreativen Faehigkeiten und einer breitbandigen, flexiblen Intelligenz, die gesamte Entwicklung der Persoenlichkeit also, sowohl als zentrales Element des jugendlichen Wachstums, als auch in Beziehung zur sozialen Umgebung. Die heutige italienische Gesellschaft entwickelt sich rasch zu immer fortschrittlicheren, moderneren Lebensformen – europaeischen und internationalen – die durch Dynamismus und Mobilitaet charakterisiert sind. Es ist offensichtlich, dass fuer eine gut entwickelte und reife Persoenlichkeit die Eingliederung in eine solche Gesellschaft leichter ist.
Die Inhalte der verschiedenen Faecher werden so vorgetragen, indem man von den direkten Erfahrungen der Studenten ausgeht. Auf diese Weise entwickeln sie theoretische Ueberlegungen und gelangen schliesslich zu einer begrifflichen Formulierung.
Einerseits wird der Jugendliche ueber seine Wissbegier dazu gebracht, die Phaenomene zu definieren und zu beschreiben, die er lernen muss und gleichzeitig angeregt, aktiv und entscheidungsfreudig zu sein. Dies auch dank den fuer diese Schule charakteristischen Aktivitaeten, in erster Linie auf dem Gebiet der Kunst und des Handwerks. Der Erziehungsprozess wird somit nicht auf das Kognitiv-Intellektuelle beschraenkt, sondern fusst auch auf der Foerderung von Erfahrungen, was besonders wichtig ist in der heutigen zerstreuenden Gesellschaft. Wir koennten die Methode dieser Schule nach dem folgenden Motto zusammenfassen: Lernen indem man macht und spuert.
Eine besondere Bedeutung kommt dem aktiven kuenstlerischen Elemente zu: Innerhalb eines Lehrprogramms mit naturwissenschaftlicher Richtung werden die Jugendlichen dazu gefuehrt, sich selbst in vielen Kunstrichtungen zu versuchen. Die Dozenten sind ueberzeugt, dass das wissenschaftliche Element und das kuenstlerische im Innern des Jugendlichen „arbeiten“ und sich gegenseitig ergaenzen. Kunst ist nicht nur eine erfreuliche und erquickliche Taetigkeit, sie bereichert und verfeinert auch die Sensibilitaet der Jugendlichen und bringt sie zur aesthetischen Erfahrung. Ausserdem ist es ein Moment der persoenlichen Begeisterung und eine Behauptung der Individualitaet, eine Erfahrung von individuellen kreativen Kraeften, die sich im kuenstlerischen Tun zeigen und bewusst erlebt werden.

Heilpaedagogik

Im Jahr 2001 hat die Steinerschule der via Clericetti in Mailand fuer zwei Schueler, die normalerweise als schwere Faelle von Behinderungen eingestuft werden, eine Klasse der Heilpaedagogik eroeffnet. In diesen Jahren ist die Schuelerzahl auf 5 gestiegen, parallel dazu hat sich die Arbeitsgruppe erweitert, die jetzt aus Lehrkraeften, Experten, Therapeuten und einem Arzt besteht.
Im Schuljahr 2007/08 nehmen an diesem Projekt 5 Kinder im Alter von 9 bis 12 Jahreren teil. Die Kinder, welche die heilpaedagogische Gruppe besuchen, sind in den jeweiligen Klassen ihrer Altersgruppe eingeschrieben mit einem individuellen Lehrplan, dem sogenannten PEI (piano educativo individuale). Der PEI jedes Kindes verfolgt das generelle Programm einer Steinerschule seiner Altersstufe, zeigt jedoch, wie die Didaktik voellig verschieden in der Art und den Zeiten vorgeschlagen wird. Die Didaktik sieht vor, dass fuer diese Kinder jedes Argument in einer konkreten, „erfahrenden“ und auf alle Faelle „heilenden“ Art vorgetragen wird. Dies bedeutet, dass die Lehrkraft fuer jedes Kind leicht anders agiert, auch in einer kollektiven Unterrichtsstunde. Sie versucht, ueber die Didaktik das zu harmonisieren, was im Kind als Einseitigkeit auftritt.
Um dies zu realisieren, ist es natuerlich noetig, nicht nur eine paedagogische Sichtweise fuer den Schueler zu haben, sondern auch eine medizinische und therapeutische. Die Didaktik beginnt demnach bei einer vertieften Kenntnis der physischen, physiologischen und seelischen Prozesse des Kindes. Um dies zu garantieren, wird das Klassenkollegium nicht nur aus Lehrkraeften und Experten zusammengesetzt, sonder auch aus Therapeuten und einem Arzt.
Die kuenstlerischen Aktivitaeten, Musik und Eurythmie sind somit von Therapeuten vorgeschlagen in einem Gesamtumfeld mit individuellen Ansaetzen und kurzen Eingriffen innerhalb der Stunde. Dort wo es noetig erscheint, schlaegt das Klassenkollegium therapeutische, individualisierte Eingriffe vor, um den Faden der Entwicklung dort aufzunehmen, wo dieser Blockaden, Verspaetungen oder Unterbrechungen erfahren hat.
Die Supervision der Taetigkeit wird von Dr. Bruno Callegaro durchgefuehrt, Schularzt am „Institut Lauterbad“ und der Spezialschule „Jean Paul Schule“ in Kassel (Deutschland) und verantwortlicher Dozent am „Heilpaedagogischen Seminar“ in Kassel. Wenn die Familie einverstanden ist, wird ausserdem eine Beziehung zu den Fachaerzten der Kinder unterhalten, fuer einen Informationsaustausch und ein gegenseitiges Konfrontieren.
Primaeres Ziel des paedagogischen Werdegangs ist also nicht zu „normalisieren“, sondern jedes Kind durch einen Prozess der Individuation und des persoenlichen Wachstums zu fuehren nach den Richtlinien der Waldorfpaedagogik, die ein Unterrichtskontinuum von der 1. bis 8. Klasse vorsieht.

Die Sommerschule

Von der zweiten Juni-Woche bis zur zweiten Juli-Woche wird die Sommerschule gefuehrt fuer alle Kinder von 3 bis 12 Jahren und zwar woechentlich von Montag bis Freitag 8.30 – 16.00. Unsere Sommerschule schlaegt alle kuenstlerischen und erquickenden Taetigkeiten vor, die eine Steiner-Schule charakterisieren. Die Reihenfolge der Taetigkeiten wird nach einem klaren Rhythmus organisiert, der ein Gleichgewicht zu halten versucht zwischen erholenden Momenten des freien Spiels und einer handwerklichen oder kuenstlerischen Betaetigung.

 

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